Designwerkzeuge bei ON26

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Am 7. und 8. Oktober 2026 habe ich die Lehrveranstaltung „Designwerkzeuge“ für den Jahrgang ON26 an der DHBW Mosbach gehalten, wieder in Präsenz. Dieses Mal waren es nur 15 Studierende, also noch einmal einer weniger als im Vorjahr. Die wirtschaftlich schwierige Lage ist weiterhin zu spüren, denn die dualen Partner stellen nur wenige neue Studierende ein. Dabei vermittelt der Studiengang Onlinemedien genau die Kompetenzen, die in Marketing und Kommunikation benötigt werden: Mediendesign, Web-Programmierung, Usability, Content Creation, Projektmanagement und vieles mehr.

An den Grundfunktionen der Adobe-Programme und von Figma hat sich seit dem letzten Jahr kaum etwas geändert. Dafür war die KI-Integration diesmal deutlich zu merken. In beiden Welten gibt es viele neue Funktionen und Optionen, die wir im Kurs gemeinsam ausprobiert und eingeordnet haben. Die Studierenden waren mit Interesse dabei und haben die Übungszeit gut genutzt.

Weniger Bewegung gibt es dagegen bei Adobe XD, das weiterhin im Wartungsmodus bleibt. Immerhin gab es zwei kleinere Updates: Version 60 im Dezember 2025 und Version 61 im Mai 2026, beide mit Fehlerkorrekturen und kleinen Verbesserungen im Workflow. Wer von XD nach Figma Design wechseln möchte, muss sich außerdem weiterhin selbst behelfen, denn einen offiziellen Konverter gibt es nicht. Der Workaround über den SVG-Export funktioniert aber unverändert, und Interaktionen, Animationen und Textformatierungen müssen danach nach wie vor von Hand nachgebaut werden.

Canva hatte ich im letzten Jahr als mögliche Ergänzung ins Spiel gebracht. Für schnelle Grafiken und Layouts ist es sicher praktisch, doch beim Prototyping und im UX-Design reicht es noch nicht an Figma heran. Deshalb habe ich es in diesem Jahr nicht gezeigt und die Zeit lieber für Werkzeuge genutzt, mit denen sich die Studierenden in den kommenden Projekten tatsächlich durch die Arbeit bewegen. Neben Figma waren das Illustrator, InDesign und Photoshop, jeweils in ihren aktuellen Versionen.

Ausblick: ArtCraft als mögliche Alternative

Neu auf dem Radar ist das Open-Source-Projekt ArtCraft. Es bildet mehrere Programme der Adobe Creative Cloud nach, darunter Photoshop, Illustrator und InDesign. Die Anwendungen sind kostenlos, der Quellcode liegt offen auf GitHub. Ein UX-Prototyping-Tool wie XD oder Figma gibt es bisher nicht. Trotzdem könnte ArtCraft in einem Jahr eine echte Alternative zur kostenpflichtigen Creative Cloud sein. Die Oberfläche ähnelt den Originalen schon jetzt sehr, und die Bedienung war bei meinem ersten kurzen Test intuitiv und fast identisch. Wie Adobe auf die Nachbauten rechtlich reagiert, ist bislang offen.

Allerdings stehen die ArtCraft-Programme noch ganz am Anfang. Der Entwickler Brandon Thomas hat sie Anfang Oktober 2026 mithilfe von KI-gestütztem „Vibe Coding“ in der Programmiersprache Rust entworfen. Sie befinden sich noch in der Alpha-Phase und sollten derzeit nicht in Produktionsumgebungen eingesetzt werden.

Ich bin definitiv sehr gespannt, welche Entwicklungen es bis zum nächsten Jahr bei allen Werkzeugen geben wird.

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